Nagelpilz

Nagelpilz

Der Nagelpilz ist eine chronische, sich langsam ausbreitende, die Nagelplatte zerstörende Infektion der Zehen- und Fingernägel durch Pilze. Meistens handelt es sich um Dermatophyten, früher als «Fadenpilze» bezeichnet. Bei der Onychomykose handelt es sich um eine häufige und hartnäckige Erkrankung.

 

Der Nagelpilz kann nicht von selbst abheilen. Die Behandlung erfordert sehr viel Geduld.

 

Vielfach tritt der Nagelpilz im Zusammenhang mit einem Fusspilz auf.

 

Häufigkeit einer Nagelinfektion:
 

Ca. 5,5 % der Weltbevölkerung ist von einer Nagelpilzinfektion betroffen und nimmt weltweit zu. Vor allem in den industrialisierten Staaten spricht man mittlerweile von einer «Volkskrankheit».

Die Zehennägel sind deutlich häufiger betroffen als die Fingernägel. Am meisten erkranken zuerst die Grossnägel, dann die Nägel der kleineren Zehen.

 

Ursachen
 

Wer bekommt Nagelpilz? Und wieso bekommen wir Nagelpilz?

Grundsätzlich können alle Menschen Nagelpilz bekommen. Die Krankheit wird vom Mensch zu Mensch übertragen. Kann aber auch vom Tier zum Mensch übertragen werden.

Überall da, wo wir barfuss laufen, z.B. in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen wie Sportanlagen etc., Sauna & Dampfbad, Umkleidekabinen, Hotelzimmern etc.

Aber wieso haben wir dann nicht alle einen Nagelpilz? Denn jeder Mensch ist sicher schon mal in einer der oben genannten Einrichtungen gewesen!!

 

Nicht jeder Mensch ist gleich anfällig auf ein Ansteckungsrisiko! Vorbeugen ist besser als heilen.

Risikofaktoren im Überblick

 

  1. Vorstufe Fusspilz

  2. Geschwächtes Immunsystem

  3. Risikokrankheiten

  4. Gestörte Durchblutung

  5. Fussfehlstellungen

  6. Diabetiker

  7. Ältere Menschen

  8. Sportler

  9. Unsachgemässe Nagelpflege

  10. Ansteckung in öffentlichen Anlagen

 

Vorstufe Fusspilz
 

Eine Fusspilzinfektion ist sehr oft die erste Stufe zum Nagelpilz. Der Fusspilz greift die Haut an und macht sie anfälliger für Nagelpilz

 

 

Geschwächtes Immunsystem
 

Unser körpereigenes Abwehrsystem hat die Aufgabe, Krankheitserreger, also Bakterien, Viren und Pilze fernzuhalten. Doch manchmal ist das Immunsystem zu schwach, z.B. bei Menschen mit einer Immunschwäche wegen einer Krankheit, Medikamenteneinnahme, oder einfach im Alter etc.

 

 

Risikokrankheiten
 

Krankheiten und körperliche Voraussetzungen können Pilzinfektionen begünstigen, z.B. Schuppenflechte oder Neurodermitis. Die Pilzerreger können durch die gestörte Hautbarriere eindringen.

 

 

Gestörte Durchblutung
 

Wenn die Durchblutung der Zehen gestört ist, kann es zu Hautveränderungen kommen. Fuss- oder Nagelpilz haben dann ein leichtes Spiel.

Fussfehlstellungen
 

Fussfehlstellungen verursachen Schmerzen und erhöhen den Druck auf die Zehennägel. Druck und Verformung der Zehennägel begünstigen Nagelpilz.

 

Diabetiker
 

Diabetiker sind durch ihre Krankheit gleich mehrfach gefährdet.

Das Immunsystem ist geschwächt und Nagelpilz-Keime haben leichtes Spiel. Die Durchblutung in den Kapillargefässen der Zehenspitzen und dem Nagelbett verschlechtert sich und der Pilz kann leichter anhaften.
 

Auch die Haut des Diabetikers ist trocken und wird häufig spröde und rissig – die Hautoberfläche bietet somit die ideale Eintrittspforte für Pilzsporen.
 

Da der Diabetiker oft zusätzlich schmerzunempfindlicher ist, spürt er eine mögliche Verletzung oder Symptome eines Pilzbefalls nicht.

 

Ältere Menschen
 

Bei älteren Menschen kommen oft mehrere Risikofaktoren zusammen (siehe oben).

Dazu kommt, dass die Haut im Alter dünner, trockener und spröder wird und sich die Beschaffenheit der Nagelplatten verschlechtert.

 

Sportler
 

Das gehäufte Vorkommen von Nagelpilz bei Sportlern hat verschiedene Gründe. An erster Stelle stehen die Sportanlagen (Umkleidekabinen, Duschen, Bäder).

Hinzu kommen dauernde Belastungen der Füsse, Druckstellen, Blasen und kleine Verletzungen.

Bei Leischuhen z.B. bei Bowling- oder Skischuhen, können Pilzsporen trotz Desinfektion überleben. Bei Vorbelastung ist es ratsam, eine eigene Ausrüstung zu haben.

Längere Zeit im Schuhwerk und Schwitzen begünstigt den Nagel- und Fusspilz ebenfalls.

Unsachgemässe Nagelpflege, Fusspflege und Nagelkosmetik
 

Nagellack und Kunstnägel können ebenso Nagelpilz fördern. Ausserdem kann acetonhaltiger Nagellackentferner die Nagelstruktur beeinträchtigen. Verfärbungen oder Verformungen nicht mit einem Farbanstrich vertuschen.

Auch künstliche Nägel können die Nagelstruktur verändern und schwächen.

Mangelnde Hygiene im Nagelstudio oder in der Fusspflege durch nicht genügend ausgebildetes Personal können Nagelpilzerkrankungen begünstigen.

Wenn Instrumente nicht sachgemäss sterilisiert werden und bei der Fusspflege kleine Verletzungen entstehen, finden Pilze dort ideale Lebensbedingungen.

 

Ansteckung in öffentlichen Anlagen oder daheim
 

Vor allem dort, wo viele Menschen sich aufhalten und ein feuchtes, warmes Klima herrscht, da herrscht auch Pilzalarm.

  • Schwimmbäder, Hallenbäder, Saunas etc.

  • Hotelzimmer

  • Die eigenen 4 Wände

 

So kann man dem Nagelpilz trotzen

 

Allgemeine Verhaltenstipps

  • An gesunden und gepflegten Nägeln hat Nagelpilz kaum eine Chance.

  • Regelmässige Fusspflege sorgt dafür, dass die Haut, Zehen und Nägel intakt bleiben

  • Nach dem Waschen, Duschen und Baden die Füsse immer gut abtrocknen – auch die Zehenzwischenräume.

  • Wenn die Füsse länger im Wasser waren evt. mit einem Föhn trockenföhnen.

  • Auf Veränderungen der Zehen und Nägel achten.

  • Nicht zu enges Schuhwerk und atmungsaktive Schuhe und Strümpfe tragen.

  • Regelmässig Luft an die Füsse lassen.

Barfuss laufen härtet ab
 

Wer viel barfuss läuft, hat eine gute Durchblutung und eine trockene warme Haut.

 

Vorbeugen in öffentlichen Anlagen
 

Barfusslaufen ist tabu! Immer mit Badeschlappen unterwegs sein.

Badeschlappen desinfizieren und Badetücher wenn möglich 90° waschen.

Füsse waschen, desinfizieren, sehr gut trocknen und eincremen.

 

 

Wie kann der Nagelpilz behandelt werden?

Ausschlaggebend für die adäquate Behandlung von Nagelpilz ist dabei die eindeutige Identifizierung der Pilzgattung durch den Arzt oder Dermatologen.
 

Hierzu muss zwingend eine Pilzkultur angelegt werden.

 

Eine Nagelpilz-Therapie erfolgt mit speziellen pilzabtötenden Mitteln, sogenannten Antimykotika. Diese können auf zwei verschiedene Arten wirken:

 

Oberflächliche Pilzbehandlung
 

Die Art der Nagelpilzbehandlung richtet sich nach dem Ausmass der Infektion. Im Anfangsstadium wird der Nagelpilz mit oberflächlichen Arzneimitteln behandelt (Creme, Salbe, Gel, Tinktur, Oel oder spez. Nagellacke).

 

Medikamentöse Nagelpilzbehandlung
 

Ist der Pilzbefall grossflächig oder schon weit fortgeschritten, empfehlen die Mediziner eine Therapie in Tablettenform.

Behandlungen werden nach Abklingen der Symptome noch etwa drei bis vier Wochen lang weitergeführt. So wird das Risiko einer erneuten Infektion reduziert.

 

Nagelpilz–Hausmittel
 

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirkung dieser Mittel. Studien ergaben, dass diverse, nicht in der Medikamentenliste aufgeführten Produkte eine fungistatische Wirkung haben. Diese sind sicher einsetzbar z.B. im Zusammenhang mit einer ärztlich verschriebenen Therapie.

Als fungistatisch bezeichnet man Antimykotika, die das Wachstum bzw. die Vermehrung von Pilzen hemmen, ruhende Keime aber nicht abtöten.

 

Fungizid = pilzabtötend

 

Aufgabe der Fusspflegerin
 

Bei Verdacht auf Fuss- oder Nagelpilz muss die Fusspflegerin die Kunden darauf aufmerksam machen und sie motivieren, einen Arzt oder Dermatologen aufzusuchen.

 

Wichtig: Sauber arbeiten und alle Vorsichtsmassnahmen berücksichtigen!!!

 

Richtige Arbeitsweise bei Nagelpilz!

  • Zusätzlich zum normalen Ablauf der Fusspflege:

  • Immer zuerst die gesunden Nägel machen

  • Danach der oder die erkrankten Nägel behandeln

  • Instrumente nicht mehr benutzen

  • Tuch separat in Plastiksack bis zum Waschen aufbewahren

  • Instrumente direkt am Platz mit Desinfektionsspray besprühen

  • Platz am Boden mit Desinfektion besprühen

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